Die vielfältigen Formen des Handels | Ladenbau Messebau

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Das Streben nach Besitz ist so alt wie die Menschheit selbst. Die vielfältigen Formen des Handels waren und sind notwendige Begleiterscheinungen der Produktivität, der Arbeitsteilung und Solidarität in der menschlichen Gesellschaft. Der Markt, sowohl ein Kristallisationspunkt von Reichtum und Macht als auch ein beliebter Ort der Kommunikation, muss daher zwei Voraussetzungen erfüllen: eine verkehrsgünstige Lage für den Warenfluss und ein angenehmes Klima, das zum Verweilen einlädt. Die geografische Lage, Jahrhunderte lang ausschlaggebend für die Erreichbarkeit eines Platzes, spielt durch die Entwicklung der Verkehrsmittel nur noch eine untergeordnete Rolle. Längst werden große Entfernungen in kürzester Zeit überwunden, und ein dichtes Netz von Terminals für den Luft-, Land- und Wasserverkehr umspannt den Globus. Ein mildes, dem menschlichen Organismus zuträgliches Klima kann heute auch unter extremsten Bedingungen geschaffen werden.

Indem sich der Markt unter Dach und Fach etabliert hat, ist er unabhängig von Wind und Wetter, von Tages- und Jahreszeiten, und die Beherrschung von Material und Technik ermöglicht den Bau von Räumen für jedes Warenangebot und größten Besucherandrang. In den letzten Jahrzehnten zeichnet sich wiederum eine neue Entwicklung ab: Die virtuelle Welt hat den Online-Handel hervor gebracht. Vom Küchentisch und der Chefetage aus werden Tag und Nacht Geschäfte getätigt und Waren- und Geldströme in Fluss gebracht, und es fragt sich, ob und wie sich der konventionelle Schau- und Verkaufsraum gegenüber dem überwältigenden Angebot, der Präsenz und Bequemlichkeit behaupten kann.

Diese für den Verkaufserfolg entscheidende Frage dringt in die Tiefe der menschlichen Psyche, und sowohl der Tante-Emma-Laden als auch der internationale Messeplatz folgt einem archaischen Mechanismus: Der mediengetrimmte Zeitgenosse wird – genetisch gesehen – noch immer beherrscht von den Trieben eines Steinzeitwesens, das „Besitz ergreift“, „auf den Geschmack kommt“ und „nach Schnäppchen jagt“. So macht uns die Sprache immer wieder bewusst, dass wir Sinnenwesen „sind“. Selbst so etwas Abstraktes wie eine „Initiative“ wird „ergriffen“, wie überhaupt das Begreifen der Ursprung aller Erkenntnis ist. Die einzigartige Chance für den konventionellen Ladenbau besteht darin, dass der Käufer die Ware in die Hand nehmen kann.

Nur auf dem Autosalon kann er sich in ein futuristisches Automobil hinein setzen, und nur der Messebau vereinigt Stände mit den neusten Touchscreens, die man wirklich berühren kann, mit Büchern, in denen man nicht nur blättern, sondern auch den Duft von frisch bedrucktem Papier einatmen kann, und dessen zartes Rascheln dem empfindsamen Ohr vernehmlich ist. So wird auch weiterhin der Ladenbau dem Händler aus Leidenschaft die Erfüllung bringen und der Messebau den Produktentwickler beflügeln.

Beide werden neben dem Konkurrenzdenken der Kommunikation und Verständigung dienen und dazu beitragen, die Welt humaner zu gestalten. 

Autor | DESIGNMANUFAKTUR

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